Gozo

06. September 2017

Mit der Fähre fuhren wir für gerade mal knapp 5€ (Hin- und Rückweg) von Malta, Cirkewwa, nach Gozo, Mgarr. Dort nahmen wir den Bus um zu unserer Unterkunft zu gelangen. Das Bed & Breakfast befand sich am Rande des Dorfes Qala nicht weit vom Strand Hondoq entfernt. Der Weg mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist zwar etwas mühsam, die nähste Bushaltestelle liegt etwa 1km entfernt, dafür lohnt es sich aber allemal.
Unser erster Eindruck täuschte uns nicht und wir mussten uns eingestehen, dass uns diese kleine ruhige Insel sogar noch etwas besser gefiel als Malta selbst. Ein großer Punkt spielte dabei auch unsere Unterkunft (B&B Il Pomo Bianco). Das über 400 Jahre alte Haus in dem wir schliefen hatte seinen ganz eigenen Charme und die Aussicht auf die Blue Lagoon vor Comino war das i-Tüpfelchen. Das B&B wird von einer reizenden Italienerin, dessen Mann und einem Angestellten geführt. Wir wurden herzlichst empfangen und unsere Fragen und Bitten wurden sofort aufgenommen, so dass wir nicht einmal eine Stunde später zwei Roller ausgeliehen hatten und bereit waren die kleine Schwester Maltas zu erkunden.

Zunächst einmal sollte man wissen, dass man die komplette Insel in weniger als 1h  durchquert hat. Es gibt nicht viele Straßen und die meisten führen einen nach Victoria und von dort aus kommt man überall hin. Als erstes fuhren wir zu der bekannten Felsformation Azur Window, die zwar von ein paar Monaten eingestürzt ist, jedoch trotzdem noch einige Touristen anzieht. Auf dem Rückweg folgten wir einfach der Straße Richtung Victoria und bogen mal rechts mal links ab, einfach da wo es interessant aussah. Wir fuhren durch kleine Dörfer, an einer Basilika vorbei und bestaunten immer wieder die hügelige und beeindruckende Landschaft Gozos. In Victoria, der Hauptstadt, hielten wir schließlich an und schlenderten durch die engen Gassen. Nach einer kleinen Stärkung mit hausgemachten, leckerem Eis fuhren wir wieder in unsere Unterkunft um dort am Pool noch die letzten Sonnenstrahlen zu genießen. Am Abend zog es uns auf den kleinen Marktplatz von Qala. Bei Musik, Pizza, Wein, Schokoladenkuchen und guten Gesprächen ließen wir den Abend ausklingen.

Der nächste Morgen begann früh. Da wir mit dem ersten Boot (ca. 9 Uhr) zu Blue Lagoon fuhren wollten, machten wir uns gleich nach dem Frühstück auf dem Weg zum gerade mal 3 Fahrminuten entfernten Strand Hondoq. Von dort fahren Wassertaxis (10€ Hin- und Rückfahrt) alle 30 min zur Blue Lagoon. Die Fahrt dauert 5 Minuten und ich kann nur jedem empfehlen so früh wie möglich dort zu sein. Als eine der ersten konnten wir die Ruhe der Blue Lagoon am Morgen noch genießen. Spätestens ab halb 12, wenn die großen Schiffe aus Malta eintreffen wird es sehr voll und eher ungemütlich. Aber ein Ausflug dorthin lohnt sich auf jeden Fall. Nicht ohne Grund heißt sie Blue Lagoon. Das türkisfarbene und klare Wasser kann ohne Probleme mit Thailand oder Hawaii mithalten. Um ehrlich zu sein stell ich mir so auch das Wasser auf den Malediven vor.

Gegen 12 Uhr holte uns das Taxi wieder ab und mit den Rollern erkundeten wir den restlichen Teil der Insel. San Blas Bay ist eine kleine Bucht mit orangenfarbenem Strand. Allerdings muss man dazu sagen, dass der Weg dorthin nicht ganz ohne ist. Es führt ein wahnsinnig steiler Weg zum Strand, für den es sogar gegen Bezahlung einen Shuttle gibt. Wir zogen es dennoch vor zu laufen. Die Bucht selber ist zwar schön aber den Weg nicht unbedingt wert. Bevor wir zurück fuhren wollten wir noch die Höhle sehen von der man aus auf Ramla Bay blicken kann. Nach einer kleinen Irrfahrt, es gibt nirgends Schilder die zu der Höhle führen und nicht alle Einheimische verstehen Englisch, fanden wir trotzdem diesen beeindruckenden Aussichtspunkt.

Der letzte Abend auf Gozo endete mit einem leider nicht so leckeren Abendessen in Marsalfon einem Dorf im Norden der Insel. Das Dorf sollte man dennoch einmal besuchen, da es vor allem bei Sonnenuntergang sehr schön sein soll.
Mit einem leckeren Frühstück (es gab jeden Morgen frische Croissants, Säfte, Obst und auf Wunsch Eier mit Bacon) und ein paar gemütlichen Stunden am Pool endete unser Urlaub leider schon. Mit der Fähre und dem Bus kamen wir pünktlich in Malta am Flughafen an.

Malta ist wirklich eine kleine Perle Europas. Ich hatte diese Insel nie auf dem Schirm und den meisten ist sie wahrscheinlich nur bekannt durch die vielen Sprachreisen die dorthin führen. Aber ich kann sagen, dass dieser kleine Fleck Erde weitaus mehr zu bieten hat und nicht unterschätzt werden sollte. Für einen typischen Strandurlaub ist man hier sicherlich nicht richtig, aber wenn man eine gute Mischung aus Strand, Kultur und Abenteuer sucht und zudem nicht lange Zeit und auch kein großes Budget hat, dann ist Malta samt Gozo genau richtig.

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