Backpacking in Kuba

Februar 2016

Wer einen „Kulturschock“ erleben und in ein vollkommen anderes Leben einblicken möchte der ist in Kuba richtig. Ein Leben abseits des Internets, ohne richtige Supermärkte und mit jeder Menge Oldtimer. Nur ein paar Eigenschaften die mir zu Kuba und vor allem der Hauptstadt Havanna einfallen. Meine Tipps für ein erfolgreiches Backpacker-Erlebnis in Kuba:

1.Die Unterkunft. Ich kann die Casa Particulares wärmstens weiterempfehlen. Ein Casa Particular kannst du super einfach im Internet von Deutschland aus finden und buchen. Was das ist? Vergleichbar mit einer Privatzimmervermietung. Du wohnst mit einer kubanischen Familie in ihrem Haus. Diese vermieten ein Zimmer samt Bad an Touristen und sind beim Staat auch als solche registriert. Du erkennst sie an den blau weißen Schilder die an die Häuser angebracht sind. Bei den meisten Casa Particulares kannst du ein Frühstück mit dazu buchen. Was ich an diesen Unterkünften so toll finde? Sie sind authentisch. Du bekommst hautnah mit, wie eine kubanische Familie lebt. Du kommst mit ihnen (soweit es die Spanischkenntnisse erlauben) ins Gespräch und meist erzählen sie dir viel von Kuba, ihrem Land, auf welches sie mächtig stolz sind. Wenn du ihnen von deinen Reiseplänen erzählst werden sie dir zu 99% eine weitere Unterkunft in deinem nächsten Ziel empfehlen die einem Freund gehört und den Transfer meistens gleich dazu. Aber lass dich davon nicht vor einnehmen. Wir nahmen das Angebot zwar jedes Mal an (und hatten so auch super unkompliziert und schnell unsere Unterkünfte), jedoch kann ich nicht pauschal sagen, dass jeder so Glück in Bezug auf seine Unterkünfte hat. Im Internet findet man auch genügend Informationen zu den einzelnen Casa Particulares.

2. Das Internet. Gibt es das denn überhaupt in Kuba? Das haben wir uns auch gefragt. Die Antwort ist ja! Nicht überall, nur stundenweiße und gegen Bezahlung aber es existiert. Meistens findest du Internet in großen Hotels oder in speziellen Einrichtungen die sich in Marktplatznähe befinden. Hierbei am besten deine Gastgeber fragen wo die nächste Möglichkeit besteht sich Internet zu kaufen. Um die 4€ kostet eine Stunde Internet. Nicht gerade billig, weshalb wir uns in den 2 Wochen auch nur 2 Mal eine Karte kauften.

3. Transfer. Auch hierbei helfen die Besitzer der Casa Particulares gerne aus, ein Sammeltaxi eines Freundes oder Bekannten zu organisieren, das auch längere Distanzen fährt. Aber auch hier aufgepasst! So cool es sich anhört und so schön die Vorstellung ist in einem Oldtimertaxi 4h und länger durch die kubanische Landschaft zu fahren, so unbequem waren unsere Erfahrungen. Ja ich kann es leider nicht schön reden. Es ist leider eine kleine Qual 5h in einem Oldtimertaxi zwischen anderen Touristen eingequetscht zu sein, denn in so einen 5-Sitzer passen nach kubanischen Verhältnissen locker das doppelte an Passagieren rein. Der Erfahrung halber würde ich es zwar mindestens einmal empfehlen ein Oldtimertaxi auszuprobieren (nur für kürzere Distanzen) aber man sollte die Fernbusse vor allem auch für längere Distanzen in Erwägung ziehen. Ein großer Vorteil der Taxis ist jedoch, dass sie dich am Haus abholen und auch zum richtigen Haus im nächsten Ziel bringen.

4. Essen. Ein Muss was das Essen betrifft ist sich mindestens einmal von den Besitzern der Casa Particulares bekochen zu lassen. Für knapp 10 € bekommt man reichlich Essen geboten, Vorspeise, Hauptspeise (wir hatten einmal sogar Hummer) und Nachtisch. Bei so einem üppigen Essen (das Frühstück beinhaltet meist Eier, Obstsalat, frischen Saft…) haben mein Bruder und ich uns oft gefragt wo die Kubaner ihre Lebensmittel einkaufen. In den öffentlichen „Supermärkten“ konnten wir meist nichts als Kekse (je nach Tag auch verschiedene Sorten), Eis und Rum finden. Dass die Kubaner sogenannte Essensmarken haben, mit denen sie sich ihre Lebensmittel holen wussten wir. Jedoch blieb uns bis zum Schluss unklar wo genau sie die Lebensmittel holen.

5. Tourist sein. Vor allem in Havanna, in der Altstadt ist es anstrengend Tourist zu sein. Du gehst keine paar Meter ohne von einem Kubaner angesprochen zu werden, der Geld von dir will. Von einer scheinbar hilfsbereiten Frage ob man einem weiterhelfen könne und wohin man wolle, bis zur Bitte nach Schminke, Schuhen und Klamotten erlebten wir alles. Natürlich ist mir bewusst, dass die Menschen in Kuba nicht viel zum Leben haben jedoch sollte man aufpassen und nicht auf jede Frage eingehen. Um eine entspannte Reise haben zu können hilft manchmal ein nettes „no gracias“, manchmal aber auch nur ein Ignorieren und Weiterlaufen, auch wenn einem das anfangs noch sehr schwer fällt.

Ich hoffe ich konnte dir einige hilfreiche Tipps für deine Kubareise geben.
Besos Julie

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